Viele Menschen erleben im Alltag immer wieder Momente, in denen alles zu viel erscheint. Die To-do-Liste ist lang, Anforderungen steigen, und das Gefühl von Überforderung wächst.
Doch eine zentrale Frage wird dabei selten gestellt:
Ist es wirklich das Außen, das Dich überfordert – oder entsteht das Gefühl in Dir selbst?
Überforderung: Ein innerer Zustand, nicht nur äußere Realität
Auf den ersten Blick scheint die Ursache klar: zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit.
Doch häufig ist das Gefühl von Überforderung bereits vorhanden – unabhängig davon, wie viel tatsächlich zu tun ist.
Selbst bei objektiv überschaubaren Anforderungen kann sich ein Zustand einstellen, in dem alles zu viel wirkt. Das liegt daran, dass unser System nicht dafür gemacht ist, das „große Ganze“ gleichzeitig zu bewältigen.
Unser Nervensystem arbeitet Schritt für Schritt.
Wenn wir jedoch gedanklich versuchen, alles auf einmal zu erfassen, entsteht Stress.
Der Denkfehler: Alles gleichzeitig bewältigen zu müssen
Unser Verstand neigt dazu, Aufgaben zu bündeln und in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Dadurch entsteht schnell der Eindruck: „Ich muss das alles schaffen.“
Diese innere Anforderung überfordert unser System – nicht unbedingt die tatsächliche Menge an Aufgaben.
Ein hilfreicher Perspektivwechsel ist:
👉 Du kannst immer nur eine Sache nach der anderen tun.
Dieser Gedanke entlastet das Nervensystem unmittelbar.
Innere Überforderung und der „Totstellreflex“
Aus traumasensibler Sicht kann Überforderung mit einem bestimmten körperlichen Zustand zusammenhängen: einem
Schutzmechanismus des Nervensystems.
Dieser wird oft als eine Art „Totstellreflex“ beschrieben.
Dabei handelt es sich um einen Zustand, in dem der Körper:
- Energie spart
- Aktivität reduziert
- in eine Art „Standby-Modus“ geht
Dieser Mechanismus entsteht häufig in der Kindheit, wenn über längere Zeit Stress, Unsicherheit oder Überforderung erlebt wurden. Der Körper lernt dann, sich durch Rückzug und Energiesparen zu schützen.
Warum dieser Zustand heute noch wirkt
Auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist, kann der Körper diesen Zustand weiterhin aktivieren.
Typische Anzeichen sind:
- Antriebslosigkeit
- Gefühl von innerer Blockade
- scheinbar einfache Aufgaben wirken überwältigend
- das Gefühl, „nicht ins Tun zu kommen“
Wichtig zu verstehen ist:
Dieser Zustand spiegelt nicht die aktuelle Realität wider, sondern ein altes Muster.
Überforderung lösen: Der Weg über den Körper
Da Überforderung stark mit dem Nervensystem verbunden ist, reicht reines „Darüber-Nachdenken“ oft nicht aus.
Der Schlüssel liegt darin, den Körper wieder in einen Zustand von Sicherheit und Lebendigkeit zu bringen.
Eine Möglichkeit dafür ist das sogenannte neurogene Zittern.
Neurogenes Zittern: Stress im Nervensystem abbauen
Neurogenes Zittern ist eine körperbasierte Methode zur Regulation des Nervensystems.
Dabei wird durch gezielte Übungen ein natürlicher Zittern-Reflex im Körper aktiviert. Dieser hilft dabei, gespeicherte Spannung zu lösen und gebundene Energie wieder freizusetzen.
Mögliche Wirkungen:
- Abbau von Stress im Nervensystem
- mehr innere Ruhe
- gesteigerte Energie im Alltag
- verbesserter Zugang zu Handlungskraft
Die Übung kann einfach im Liegen durchgeführt werden – zum Beispiel auf einer Matte oder im Bett.
Ein neuer Umgang mit Überforderung
Wenn Du Dich überfordert fühlst, kann es hilfreich sein, Dir folgende Fragen zu stellen:
- Ist die Situation wirklich objektiv zu viel – oder fühlt es sich nur so an?
- Versuche ich gerade, alles gleichzeitig zu lösen?
- Könnte es ein alter innerer Zustand sein, der aktiviert wurde?
Allein dieses Bewusstsein kann bereits eine erste Entlastung bringen.
Überforderung beginnt oft im Inneren
Überforderung ist nicht immer das Ergebnis äußerer Umstände. Häufig hat sie ihre Wurzeln in einem inneren Zustand des Nervensystems.
Wenn Du beginnst, diesen Zusammenhang zu erkennen, entsteht ein neuer Handlungsspielraum:
Du kannst lernen, Dein System zu regulieren – statt Dich nur im Außen zu optimieren.
Der Weg führt nicht über mehr Leistung, sondern über mehr Verbindung zu Dir selbst.
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie Du Dein Nervensystem regulieren und innere Überforderung lösen kannst, nimm gerne Kontakt mit mir auf.

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