Streit in der Beziehung

Unsere Sprache

Missverständnisse sind der häufigste Grund für Streit in der Beziehung. Zu beachten ist hierbei z. B. die Art der Sprache, die wir benutzen. In unterschiedlichen Familien haben Worte nicht immer dieselbe Bedeutung, und Frauen haben meist eine andere Art sich auszudrücken als Männer. Da wir in der Regel nur auf der Verstandesebene miteinander kommunizieren und nicht immer abklären, ob und wie der Andere uns verstanden hat, ist das Ergebnis unserer Kommunikation in diesen Fällen unbefriedigend. 

Lösungsvorschlag

Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass ein Streit grundsätzlich auf Missverständnissen basiert und kein Anschlag der PartnerIn auf unsere Person ist, nimmt uns dies mit der Zeit den Ernst aus den Konflikten.

Täuschung

Das häufig vorkommende Unvermögen von Menschen zwischen dem Gesagten und Gedachten unterscheiden zu können, führt ebenfalls zu Streit. Wir kennen alle die Situation, in der Uneinigkeit darüber herrscht, was jemand gesagt oder nicht gesagt haben soll. Dies ist natürlich im Nachhinein nicht mehr zu objektivieren, und auf unsere Erinnerung können wir uns in diesem Fall nicht verlassen. 

Lösungsvorschlag

Vorbeugend kann es aber helfen, sich von der PartnerIn durch Wiederholung des Gesagten bestätigen zu lassen, was er oder sie gehört hat. Beispiel: "Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich zu dir gesagt habe auch so bei dir angekommen ist, wie ich es meine." Oder: Ich bin mir nicht sicher ob ich mich dir gegenüber klar ausgedrückt habe."  Im Anschluss der Aussagen die Frage: "Würdest du bitte das, was ich gesagt habe, für mich wiederholen?"

Bedürfnisse

Wenn viele unserer Bedürfnisse im Kindesalter auf direktem Wege nicht ausreichend befriedigt werden, entwickeln wir als Notlösung für unser emotionales Überleben Strategien, Strategien, die das Wahrnehmen echter Bedürfnisse so verzerren, dass wir uns ihrer nicht mehr voll bewusst sind. Wenn wir dieses Fehlverhalten bis ins Erwachsenenalter beibehalten, ist die Verständigung, unsere Bedürfnisse betreffend, schwierig. Dann werden wir mit der Zeit unzufrieden und geben meistens die Schuld hierfür unserer PartnerIn. 

Lösungsvorschlag

Durch Selbstreflektion können wir unsere Bedürfnisse wiedererkennen, und durch eine verbesserte Kommunikation haben wir die Möglichkeit auch unsere PartnerIn an ihnen teilhaben zu lassen. Auf diese Weise haben wir die größte Chance zu ihrer vollen Erfüllung für uns und unsere PartnerIn.

Was geschieht beim Streiten wirklich?

Ein Streit in der Paarbeziehung ist in der Regel kein persönliches Ereignis zwischen den Partnern, sondern entsteht aus einem inneren Konflikt aus der Vergangenheit. Die PartnerIn dient dabei nur als Auslöser. Wir haben während des Streitens ein inneres Bild vor Augen, das uns den Blick für die Realität und zur PartnerIn verstellt. Das können Sie beobachten, wenn Sie im Streit versuchen, der PartnerIn in die Augen zu sehen. Sie werden feststellen, dass in diesem Fall eine echte Begegnung unmöglich ist. Entweder schauen Sie weg, oder wie durch Ihre PartnerIn hindurch.

Es ist also wichtig davon auszugehen, dass ein Konflikt immer in dem stattfindet, der schon in seinem Innern auf einen Auslöser reagiert. Oft passen allerdings die inneren Konflikte beider Partner so gut zusammen, dass sie gleichzeitig, wie automatisch, aufeinander reagieren, doch jeder aus einem anderen unbekannten Grund. Die Themen, um die es in der Regel zu gehen scheint, sind fast immer irreführend, da sie auf Hintergründen beruhen, die uns nicht bewusst sind. So drehen wir uns im Kreis.

Mehr als nur erste Hilfe

Streit in der Beziehung lässt sich nicht immer vermeiden, doch wir können ihn abkürzen und auf die Dauer minimieren, indem wir, spätestens nach unserer ersten Reaktion, den Streitort verlassen und eine einfache Übung praktizieren. Zunächst machen wir uns bewusst, dass ein Konflikt grundsätzlich kein Paarkonflikt ist. Wir stellen also nicht unsere Partnerschaft in Frage. Dann spüren wir unserem Atem nach, indem wir wahrnehmen, wie die Luft in die Nase ein- und ausströmt. Hierbei achten wir auf die Temperatur der in die Nase ein- und ausströmenden Luft. Schon nach kurzer Zeit, je nach Intensität der Emotion, fühlen wir uns wieder ruhiger und können unseren Alltag friedlich fortsetzen. Des Weiteren ist es eine wichtige Übung, den Streit mitsamt dem Thema möglichst rasch wieder zu vergessen. Wenn wir dann unsere PartnerIn wiedersehen, begegnen wir ihr auf neue Weise. Diese Vorgehensweise bedarf der Übung. Wenn wir sie ernst nehmen, so dass sie uns im oder nach dem Streit einfallen kann, ist sie sowohl eine erste Hilfe, als auch die Einleitung einer weitreichenden positiven Veränderung Ihrer Partnerschaft.

Das Glück ist nicht bei unserer PartnerIn zu finden, wir finden es ausschließlich in uns selbst. Gerne helfe ich Ihnen in einer Paartherapie oder Eheberatung dabei.